Worum es eigentlich geht

Konduktive Förderung nach Prof. Dr. András Petö („Petö-Therapie“)

Die Motivation.
Jährlich kommen allein in Deutschland über 40.000 Kinder behindert zur Welt.
Ein Großteil dieser Behinderungen beruht auf Sauerstoffmangel während des Geburtsvorganges. Durch diesen Sauerstoffmangel sterben Gehirnzellen ab, mit der Folge, daß die Fähigkeit zu koordinierten und bewußt gesteuerten Bewegungen ganz oder teilweise verlorengeht. Folgen hiervon sind Spastik (Muskelhochspannung), Hypotonie (Muskelschlaffheit), Eß-, Kau- und Sprachstörungen.
Ärztliche Prognosen lauten dann häufig: Dieser Mensch wird nie laufen, nie sprechen, nie selbständig essen können. Er wird bis an sein Lebensende auf fremde Hilfe angewiesen sein.

Eine Chance durch Konduktive Förderung.
Tausende dieser Behinderungen können erfolgreich therapiert werden.
Bereits seit Ende 1940 verfolgt und entwickelt man im Petö-Institut in Budapest / Ungarn -der Keimzelle der Konduktiven Förderung- diese Therapieform, die mit internationaler Anerkennung, bemerkenswert gute Ergebnisse erzielt. 
Grundlage für die Erfolge ist zum Großteil das spielerische Heranführen an die Therapieübungen. Hierdurch entsteht mit viel Spaß oft genügend Selbstmotivation, um die Übungen eigenständig weiterzuführen.

Was ist Konduktive Förderung?
Konduktive Förderung ist ein ganzheitlicher, komplexer Förderansatz zur Rehabilitation bewegungsgestörter Kinder und Erwachsener. Man folgt dem Grundprinzip, nur die notwendige Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, so viel wie nötig und so wenig wie möglich.
Erstrebt wird eine weitestgehende Unabhängigkeit des Behinderten von technischen Hilfsmitteln und Personen als Grundlage für ein selbstbestimmtes, sozial integriertes Leben.

Was sind die Kennzeichen der Konduktiven Förderung?
Hauptmerkmale der Konduktiven Förderung sind die Zusammenführung unterschiedlicher Förderinhalte –z.B. medizintherapeutischer und sozialpädagogischer-, wobei die Gesamtpersönlichkeit des Behinderten immer im Mittelpunkt steht. 
Einzelne Förderbereiche, wie beispielsweise Bewegung, Sprache und Wahrnehmung werden integrativ miteinander verbunden. 
Die Verwendung spezieller Fördermethoden, wie Zielbildung, Rhythmisierung und Intendierung runden, unter der Anwendung spezieller Hilfsmittel, diesen Therapieansatz ab. 
Die spezielle Organisierung der Förderung, wie beispielsweise die Integration in den Tagesablauf und die Dominanz der Gruppenarbeit, unterstützen den Erfolg dieser Therapieform.
Hinzu kommt, daß die Konduktorin / der Konduktor als einzige Bezugsperson, die unterschiedlichen Fachkompetenzen in sich vereinigt.